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Pressebericht Heilbronner Stimme vom 29.09.08

Schon die Kleinsten packt der Ehrgeiz

Von Dominik Rösch



Melissa Böring (11) und Astrid Proscht (10) nutzen die Zeit zwischen den Wettkämpfen um zu schwimmen, bevor es auch für sie ernst wird.Foto: Dominik Rösch

Beilstein - Es ist drückend heiß im Mineralhallenbad. Die hohe Luftfeuchtigkeit lässt kleine Wassertropfen kondensieren, die langsam die Fensterfront am hinteren Ende des Schwimmerbeckens hinunter rinnen. Davon unbeeindruckt steigt Lisa Schlidenmaier auf den Startblock der dritten Bahn. Konzerntriert blickt die Siebenjährige starr gerade aus, den linken Fuß zum Absprung leicht nach hinten versetzt. Neben ihr haben sich vier weitere Mädchen zum Start des dritten Wettlaufs beim 18. Beilsteiner Nachwuchsschwimmfest bereit gemacht.

Angespannt warten sie auf den erlösenen Pfiff durch einen der Wettkampfrichter. Zeitgleich springen die Mädchen ins Wasser, pflügen spritzend durch das Becken. Lautstark feuern Eltern und Freunde sie an, während ihre Trainer, mit Klemmbrett und Stoppuhr bewaffnet, nebenher joggen. Für das Nachwuchsschwimmfest im Beilsteiner Mineralhallenbad haben sich insgesamt 385 Kinder und Jugendliche aus sieben Vereinen gemeldet. Der Beilsteiner Schwimm-Abteilungsleiter Hans Schopfer meint: „Für die Kleinen ist das toll, weil sie sich beweisen können und sehen, wofür sie trainieren.

Training Für Marie-Chantal Friedrich ist dieser Samstag bereits der fünfte Wettkampf, an dem sie teilnimmt. Nervös sei sie daher nicht. „Das ist ein gutes Becken, beim Schwimmen merkt man, dass man ganz schön schnell wird“, konstatiert die Zehnjährige aus Asperg erfahren. Was sie macht, wenn sie nach dem Wettlauf erschöpft aus dem Wasser kommt, weiß sie auch schon: „Ich hole mir erstmal ein Brötchen mit Salami und lege mich hin.“ Ilias Eisenreich steht seine Feuertaufe noch bevor: „Das ist mein erster Wettkampf, aber aufgeregt bin ich nicht.“ Er werde auf jeden Fall unter den ersten drei landen, erklärt der Achtjährige siegessicher und verrät dabei auch gleich sein Geheimnis: „Vor dem Start denke ich einfach, denen zeig ich es, das schaffe ich schon.“

Bis zu zehn mal im Monat, je eine Stunde habe er trainiert, um für den heutigen Wettkampf fit zu sein. Einen kleinen Erfolg konnte er dabei bereits verbuchen: „Ich kann schneller schwimmen als mein Papa. Ich schaffe in fünf Minuten acht Bahnen.“

„Ich glaube nicht, dass ich heute gewinnen werde, aber ich hoffe es“, meint Melissa Böring (11). Sie schwimme einfach gerne und finde es schön, den Tag mit Freunden zu verbringen. Auch ohne Medaille.

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